Ruacana Wasserfall
Ruacana, Kunene Region

Die Ruacana Wasserfälle

Der Kunene entspringt auf etwa 1800m im angolanischen Hochland von Bié, der feuchten Lundaschwelle. Während er im etwa 300 km langen Oberlauf eine Vielzahl von Stromschnellen und Schluchten aufweist, fließt er im Mittellauf praktisch eben durch einen Teil des Kalahari - Beckens bevor er kurz vor der namibischen Grenze auf die "Große Randstufe" trifft. Von dort bis zur Mündung in den Atlantik finden sich zahlreiche Stromschnellen und Wasserfälle. Ab Ruacana, wo der Kunene auf die Namibische Grenze trifft, bildet der Fluss in westlicher Richtung die natürliche Grenze zwischen Angola und Namibia, bevor er in einem bis zu 30 Kilometer breiten Delta in den Südatlantik mündet.

Die Region südlich des Kunene ist bekannt als das Kaokoland – eine abgelegene Gegend, die durch kleine Tafelberge, Hügel und weite Flächen charakterisiert wird. Hier siedeln die Himbas, ein halbnomadischer Bantustamm, der eng mit den Herero verwandt ist (Die Sprache ist identisch). In früherer Zeit haben die Himba bei Ruacana durch Opferung von Rindern ihre Ahnen geehrt.
Etwa 30 km östlich von Ruacana wird der Kunene im 1990 fertig gestellten Olushandja - Damm aufgestaut. Er hat ein Fassungsvermögen von 42.000 Mio. m3. Dieser Damm dient als Ausgleichsbecken für den Wasserausgleich des in Angola gelegenen Calueque - Damm.
Direkt am Wasserfall befinden sich zwei Wasserkraftwerke. Eines der beiden wurde bereits 1970 von den Südafrikanern erbaut und ist zur Zeit das größte Elektrizitätswerk Namibias.

An den Fällen haben sich Himba und wenige Ovambo angesiedelt, es gibt eine Station der Namibischen Polizei und - man höre und staune - einen Mast für mobilen Telefonbetrieb.
Die Himba oder auch Ovahimba, ein halbnomadischer Stamm, leben in der gesamten Gegend in weit verstreuten Siedlungen, die man auf geführten Touren besuchen kann, um mehr über deren Kultur und Lebensweise zu erfahren. Charakteristisch ist für die Himba eine stolze, aber auch freundliche Haltung. Die Frauen sind ungewöhnlich hübsch und bekannt für ihre originelle Haartracht und traditionelle Kleidung. Um sich vor dem Wüstenklima und der Sonne zu schützen, reiben sie sich mit einer ockerfarbigen Mixtur aus Fett und Mineralien ein.

Der Wasserstand des Kunene weist wie die meisten afrikanischen Flüsse eine ausgeprägte Saisonalität auf. Nach den Regenfällen während des Sommers im Hochland von Angola kann die abfliessende Wassermenge in feuchten Jahren bis zu 1.300 Mio. m3 betragen, während in der Trockenzeit kaum mehr als 50 Mio. m3 erreicht werden. Dabei wandert der Hochwasserscheitel während der Regenzeit flussabwärts und erreicht im Mai den Unterlauf bei Ruacana. In trockenen Jahren erreicht der höchste Abfluss oft nur etwa die Hälfte des Abflusses feuchter Jahre. Da die Regenzeiten oft sehr unterschiedlich ausfallen können, sind die Fälle auch zu jedem Jahr unterschiedlich stark. Die beste Jahreszeit um die Wasserfälle richtig und mit dem meisten Wasser zu sehen, ist im Mai wenn der Hochwasserscheitel Ruacana erreicht. Die imposanten Wasserfälle sind dann maximal etwa 120 m tief und die Wassermassen stürzen in eine etwa 700 m breite Schlucht.
Etwa 1 km südlich der Wasserfälle liegen die Hippo Pools, ein beliebtes Ausflugsziel mit Picknick – Plätzen. Wenn man Glück hat sieht man hier auch Hippos oder das eine oder andere Krokodil.
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![]() 1 km weiter flussabwärts am Hippo Pool |
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© Bilder auf dieser Seite: Jürgen Fahlert / Olifants










